Discussion:
Ruhefeuer
(zu alt für eine Antwort)
Roland White
2019-06-30 16:58:15 UTC
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Durch das Buch ,,Erzählte Eisenbahn'' (Stefan Lüdecke) wurde mir der
Begriff ,,Ruhefeuer'' erstmals gegenwärtig. Wie verhielt es sich damit?
Gut, das Feuer wurde wohl bei der abendlichen Abstellung so angelegt,
daß es am nächsten Morgen noch brannte. Galt dies auch wenn die Lok erst
einige Tage später wieder gebraucht wurde? Und: Auf welcher Temperatur
wurde das Kesselwasser gehalten? Überwachte dies jemand im Lokschuppen?
Oder verließ man sich darauf, daß der Lokführer schon ausreichend
vorgesorgt hatte?

Kurz: Wie war das doch gleich mit dem Ruhefeuer...?

Gruß

R-
--
So nervig Optimisten auch sind: Sie verbessern deutlich meine
Chancen, am Ende recht zu behalten.
Michael Kümmling
2019-06-30 17:38:38 UTC
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Post by Roland White
Durch das Buch ,,Erzählte Eisenbahn'' (Stefan Lüdecke) wurde mir der
Begriff ,,Ruhefeuer'' erstmals gegenwärtig. Wie verhielt es sich damit?
Gut, das Feuer wurde wohl bei der abendlichen Abstellung so angelegt,
daß es am nächsten Morgen noch brannte. Galt dies auch wenn die Lok erst
einige Tage später wieder gebraucht wurde? Und: Auf welcher Temperatur
wurde das Kesselwasser gehalten? Überwachte dies jemand im Lokschuppen?
Oder verließ man sich darauf, daß der Lokführer schon ausreichend
vorgesorgt hatte?
Kurz: Wie war das doch gleich mit dem Ruhefeuer...?
Nach einer alten Bundesbahn-Dienstvorschrift und einem Lehrbuch, war das
Ruhefeuer nur bei Standzeiten bis zu 10 Stunden wirtschaftlich. Bei
Standzeiten bis zu 6 Stunden war ab 1952 unter bestimmten
Voraussetzungen die unbeaufsichtigte Abstellung zulässig.

Wie die Beaufsichtigung sonst konkret aussah, habe ich auf die Schnelle
nicht herausgefunden.


Viele Grüße
Micha
Roland White
2019-07-06 08:11:14 UTC
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(Subjektwechsel aufgrund einer weiteren Frage)
Post by Michael Kümmling
Post by Roland White
Durch das Buch ,,Erzählte Eisenbahn'' (Stefan Lüdecke) wurde mir der
JFTR: Steffen LÜdecke
Post by Michael Kümmling
Post by Roland White
Begriff ,,Ruhefeuer'' erstmals gegenwärtig. Wie verhielt es sich damit?
Gut, das Feuer wurde wohl bei der abendlichen Abstellung so angelegt,
daß es am nächsten Morgen noch brannte. Galt dies auch wenn die Lok erst
einige Tage später wieder gebraucht wurde? Und: Auf welcher Temperatur
wurde das Kesselwasser gehalten? Überwachte dies jemand im Lokschuppen?
Oder verließ man sich darauf, daß der Lokführer schon ausreichend
vorgesorgt hatte?
Kurz: Wie war das doch gleich mit dem Ruhefeuer...?
Nach einer alten Bundesbahn-Dienstvorschrift und einem Lehrbuch, war das
Ruhefeuer nur bei Standzeiten bis zu 10 Stunden wirtschaftlich. Bei
Standzeiten bis zu 6 Stunden war ab 1952 unter bestimmten
Voraussetzungen die unbeaufsichtigte Abstellung zulässig.
Genau um eine solche Geschichte geht es in dem erwähnten Buch. Eine 50er
wurde nach Dienstschluß für knapp sieben Stunden an einem
Strecken-Ende[0] unbeaufsichtigt im Freien abgestellt; für Heizer und
Lokführer (und Lok) war es somit eine ,,Außen-Übernachtung''.

Allerdings -- und der Erzähler versichert, daß ihm dies tatsächlich nur
dieses eine Mal passiert sei -- war das Feuer am nächsten Morgen aus.
Die Beschreibung der anschließenden Kalamitäten liest sich recht
amüsant.

BTW: Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Gab es an den
jeweiligen Strecken-Endpunkten grundsätzlich Bahnhöfe mit
Übernachtungsmöglichkeiten für das Zug-Personal? Mußte dieses dann
Bettwäsche, Waschzeug, Klamotten und ggf. Frühstück selbst
mitbringen[1}?

TIA für Antworten und Gruß

R-



[0] Asbach, 74847 Obrigheim

[1] ...vielleicht waren's ja auch eher Luxus-Unterkünfte mit Wasserbett,
Wellness-Bereich, Zimmerservice und Sterne-Restaurant... ;-)
--
So nervig Optimisten auch sind: Sie verbessern deutlich meine
Chancen, am Ende recht zu behalten.
U***@web.de
2019-07-06 10:22:11 UTC
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Post by Roland White
(Subjektwechsel aufgrund einer weiteren Frage)
Post by Michael Kümmling
Post by Roland White
Durch das Buch ,,Erzählte Eisenbahn'' (Stefan Lüdecke) wurde mir der
JFTR: Steffen LÜdecke
Post by Michael Kümmling
Post by Roland White
Begriff ,,Ruhefeuer'' erstmals gegenwärtig. Wie verhielt es sich damit?
Gut, das Feuer wurde wohl bei der abendlichen Abstellung so angelegt,
daß es am nächsten Morgen noch brannte. Galt dies auch wenn die Lok erst
einige Tage später wieder gebraucht wurde? Und: Auf welcher Temperatur
wurde das Kesselwasser gehalten? Überwachte dies jemand im Lokschuppen?
Oder verließ man sich darauf, daß der Lokführer schon ausreichend
vorgesorgt hatte?
Kurz: Wie war das doch gleich mit dem Ruhefeuer...?
Nach einer alten Bundesbahn-Dienstvorschrift und einem Lehrbuch, war das
Ruhefeuer nur bei Standzeiten bis zu 10 Stunden wirtschaftlich. Bei
Standzeiten bis zu 6 Stunden war ab 1952 unter bestimmten
Voraussetzungen die unbeaufsichtigte Abstellung zulässig.
Genau um eine solche Geschichte geht es in dem erwähnten Buch. Eine 50er
wurde nach Dienstschluß für knapp sieben Stunden an einem
Strecken-Ende[0] unbeaufsichtigt im Freien abgestellt; für Heizer und
Lokführer (und Lok) war es somit eine ,,Außen-Übernachtung''.
Allerdings -- und der Erzähler versichert, daß ihm dies tatsächlich nur
dieses eine Mal passiert sei -- war das Feuer am nächsten Morgen aus.
Woraufhin im Zweifel Betrachtungen anzustellen waren,
ob knapp 7 mehr als 6 waren, und wie das nun hat
passieren können.
Post by Roland White
Die Beschreibung der anschließenden Kalamitäten liest sich recht
amüsant.
BTW: Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Gab es an den
jeweiligen Strecken-Endpunkten grundsätzlich Bahnhöfe mit
Übernachtungsmöglichkeiten für das Zug-Personal? Mußte dieses dann
Bettwäsche, Waschzeug, Klamotten und ggf. Frühstück selbst
mitbringen[1}?
Wasch- und ggf. Rasierzeug, Zahnbürste, hätte
ich jetzt unterstellt. Vielleicht schreibt hier noch
jemand, der früher regelmäßig Dampfer fuhr.

Vor 10 Jahren, ohne Dampf: https://www.bahnerforum.eu/threads/wie-sieht-der-alltag-eines-lokf%C3%BChrers-aus.1089/

Tagesübernachtung: https://books.google.de/books?id=Oqq3AAAAIAAJ&q=%C3%9Cbernachtung+Lokf%C3%BChrer+Bundesbahn+Dampflok&dq=%C3%9Cbernachtung+Lokf%C3%BChrer+Bundesbahn+Dampflok&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj3heba8Z_jAhUGyaYKHZSsByM4ChDoAQg6MAQ
Post by Roland White
[0] Asbach, 74847 Obrigheim
[1] ...vielleicht waren's ja auch eher Luxus-Unterkünfte mit Wasserbett,
Wellness-Bereich, Zimmerservice und Sterne-Restaurant... ;-)
Heutzutage gerne auch mal Hotels.
Till Kinstler
2019-07-06 18:26:11 UTC
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Post by U***@web.de
Heutzutage gerne auch mal Hotels.
Ich häng das mal hier dran, bei Bedarf in die passende Gruppe
überweisen. Östlich von Deutschland gibt es ja noch die
"Bahnhofszimmer", die auch von müden Reisenden zu mieten sind. Ich
vermute, die sind eigentlich primär für die Nutzung durch
Eisenbahnbeschäftigte gedacht und werden bei Nichtnutzung durh diese
auch an andere vermietet, oder?
Ich habe mal in Minsk in sowas übernachtet, direkt am Bahnhof gelegen
war das ein anständiges, wenn auch einfaches Hotel mit hervorragendem
Preis/Leistungsverhältnis.

Grüße,
Till
U***@web.de
2019-07-07 09:05:32 UTC
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Post by Till Kinstler
Post by U***@web.de
Heutzutage gerne auch mal Hotels.
Ich häng das mal hier dran, bei Bedarf in die passende Gruppe
überweisen. Östlich von Deutschland gibt es ja noch die
"Bahnhofszimmer", die auch von müden Reisenden zu mieten sind. Ich
vermute, die sind eigentlich primär für die Nutzung durch
Eisenbahnbeschäftigte gedacht und werden bei Nichtnutzung durh diese
auch an andere vermietet, oder?
Den Eindruck hatte ich mal in Ungarn.
Post by Till Kinstler
Ich habe mal in Minsk in sowas übernachtet, direkt am Bahnhof gelegen
war das ein anständiges, wenn auch einfaches Hotel mit hervorragendem
Preis/Leistungsverhältnis.
Im östlichen Breitspurland sind Bahnhofszimmer nach meinem Eindruck die
Ergänzung zu Wartesälen. Umstiege können dort dauern, lange dauern.

Gruß, ULF
Thorsten Klein
2019-07-21 10:32:36 UTC
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Post by Roland White
BTW: Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Gab es an den
jeweiligen Strecken-Endpunkten grundsätzlich Bahnhöfe mit
Übernachtungsmöglichkeiten für das Zug-Personal? Mußte dieses dann
Bettwäsche, Waschzeug, Klamotten und ggf. Frühstück selbst
mitbringen[1}?
Die SBB bahuptet, dass bei Ihr heute der Ort für Dienstbeginn und -ende
immer der selbe ist. Wie das früher war, weiss ich allerdings nicht.
Reinhard Greulich
2019-06-30 21:52:32 UTC
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Post by Roland White
Gut, das Feuer wurde wohl bei der abendlichen Abstellung so angelegt,
daß es am nächsten Morgen noch brannte. Galt dies auch wenn die Lok erst
einige Tage später wieder gebraucht wurde? Und: Auf welcher Temperatur
wurde das Kesselwasser gehalten? Überwachte dies jemand im Lokschuppen?
Das wurde alles vom Schuppendienst gemacht, einschließlich Nachspeisen
des Ruhefeuers und Überwachung des Kessels. Dampflokomotiven, die
nicht kalt waren, wurden keine Sekunde aus den Augen gelassen, 24/7.

Gruß - Reinhard.
--
70086
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