Discussion:
Betriebsablauf im Anhalter Bahnhof
(zu alt für eine Antwort)
Roland White
2018-01-28 10:55:51 UTC
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Hallo,

am 23.1. lief in RBB um 20:15 Uhr eine Sendung (Reihe: ,,Geheimnisvolle
Orte'') über den ehemaligen Anhalter (Kopf-)Bahnhof in Berlin. Ein
Zeitzeuge beschrieb die Umständlichkeit des Betriebs so, daß die Waggons
nach der Einfahrt des Zuges von Rangierloks aus dem Bf herausgezogen
wurden, worauf die Zuglokomotiven rückwärts fahrend folgten,
anschließend die Rangierloks den Zug wieder an die Bahnsteiggleise
beförderten[0] und sich zum Schluß die Zuglokomotiven wieder an das
ausfahrtseitige Ende des Zuges setzten.

Huch? Stimmt das? Die Dampf-Ära habe ich zwar nicht mehr erlebt, aber
vor der Zeit der Wendezüge konnte ich IIRC in Frankfurt Hbf beobachten,
daß halt einfach eine andere Lok vorgespannt wurde (was mir eigentlich
auch selbstverständlich erscheint). War der Betriebsablauf früher
wirklich so kompliziert, wie von diesem Zeitzeugen geschildert?

Gruß

R-

[0] ob gezogen oder geschoben wurde nicht ganz klar
--
Obenstehender Text kann Informationen beinhalten, die durch Lesen die
inhaltliche Erfassung der Nachricht vereinfachen.
Holger Koetting
2018-01-28 11:22:01 UTC
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Post by Roland White
auch selbstverständlich erscheint). War der Betriebsablauf früher
wirklich so kompliziert, wie von diesem Zeitzeugen geschildert?
Warum nicht? Ist halt auch eine Frage, wieviel Reserveloks
da vorgehalten werden.

In Lauscha hat zu DR/DB-Zeiten die Zuglok den eigenen Park ins
Vorfeld gedrückt, ist dann drumrumgefahren, wieder angekuppelt,
zurück an den Bahnsteig und dann Weiterfahrt nach Probstzella
bzw. umgekehrt nach Sonneberg.

Gruß,

Holger K. aus D.
--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: ***@gmx.de
Homepage: http://www.strassenbahn-darmstadt.de
U***@web.de
2018-01-28 11:43:08 UTC
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Post by Holger Koetting
Post by Roland White
auch selbstverständlich erscheint). War der Betriebsablauf früher
wirklich so kompliziert, wie von diesem Zeitzeugen geschildert?
Warum nicht? Ist halt auch eine Frage, wieviel Reserveloks
da vorgehalten werden.
Zumindest Schnellzugdampfloks wollten im Zweifel
auch mal gerne auf die Drehscheibe.
Reinhard Greulich
2018-01-28 12:26:02 UTC
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Post by U***@web.de
Zumindest Schnellzugdampfloks wollten im Zweifel
auch mal gerne auf die Drehscheibe.
Und einen Schluck Wasser nebst ein paar Schippen Kohle nahmen sie dann
auch gern.

- R.
--
70086
~=@=~
Bodo G. Meier
2018-01-28 11:37:53 UTC
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Post by Roland White
am 23.1. lief in RBB um 20:15 Uhr eine Sendung (Reihe: ,,Geheimnisvolle
Orte'') über den ehemaligen Anhalter (Kopf-)Bahnhof in Berlin. Ein
Zeitzeuge beschrieb die Umständlichkeit des Betriebs so, daß die Waggons
nach der Einfahrt des Zuges von Rangierloks aus dem Bf herausgezogen
wurden, worauf die Zuglokomotiven rückwärts fahrend folgten,
anschließend die Rangierloks den Zug wieder an die Bahnsteiggleise
beförderten[0] und sich zum Schluß die Zuglokomotiven wieder an das
ausfahrtseitige Ende des Zuges setzten.
Ja, das habe ich auch gesehen.
Mein erster Gedanke war, dass der Wagenzug bestimmt erst mal in die
Abstellanlage zur Reinigung etc. gefahren wurde. Dabei war ich
automatisch davon ausgegangen, dass Berlin Anhalter Bahnhof die
Endstation des Zuglaufs war.
Ich habe keine Ahnung, für wie viele Züge der Anhalter damals nur eine
Zwischenstation war. Für diesen Fall gehe ich aber davon aus, dass am
anderen Ende eine neue Lok vorgespannt worden ist. Es gab dort ja auch
ein grosses Bw.

Gruss,
Bodo
U***@web.de
2018-01-28 11:46:13 UTC
Permalink
Moin,
Post by Roland White
am 23.1. lief in RBB um 20:15 Uhr eine Sendung (Reihe: ,,Geheimnisvolle
Orte'') über den ehemaligen Anhalter (Kopf-)Bahnhof in Berlin. Ein
Zeitzeuge beschrieb die Umständlichkeit des Betriebs so, daß die Waggons
nach der Einfahrt des Zuges von Rangierloks aus dem Bf herausgezogen
wurden,
In Frankfurt Hbf oder Kiel nicht ganz unüblich,
zumindest kürzlich noch gewesen
wobei ich für das jeweilige Abhängen der
Zuglok meine Hand nicht ins Feuer legen möchte.
Post by Roland White
worauf die Zuglokomotiven rückwärts fahrend folgten,
anschließend die Rangierloks den Zug wieder an die Bahnsteiggleise
beförderten[0] und sich zum Schluß die
Nicht notwendigerweise dieselben, die den Wagenpark brachten.
Post by Roland White
Zuglokomotiven wieder an das
ausfahrtseitige Ende des Zuges setzten.
Gruß, ULF
Johann Mayerwieser
2018-01-28 12:16:57 UTC
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Post by Roland White
Hallo,
am 23.1. lief in RBB um 20:15 Uhr eine Sendung (Reihe: ,,Geheimnisvolle
Orte'') über den ehemaligen Anhalter (Kopf-)Bahnhof in Berlin. Ein
Zeitzeuge beschrieb die Umständlichkeit des Betriebs so, daß die Waggons
nach der Einfahrt des Zuges von Rangierloks aus dem Bf herausgezogen
wurden, worauf die Zuglokomotiven rückwärts fahrend folgten,
anschließend die Rangierloks den Zug wieder an die Bahnsteiggleise
beförderten[0] und sich zum Schluß die Zuglokomotiven wieder an das
ausfahrtseitige Ende des Zuges setzten.
War in Wien auf allen 4 Kopfbahnhöfen gelebte Praxis. Hat sich überlebt,
weil 2 Kopfbahnhöfe (Süd und Ost) durch einen Durchgangsbahnhof
(Hauptbahnhof) ersetzt wurden. West- und Franz-Josefs-Bahnhof haben kaum
internationale Bedeutung und nahezu alle Züge jetzt Wendezüge sind,
sodass das Umsetzen der Loks schon vor längerer Zeit entfallen ist.

Nebenbei werden alle Züge so gereiht, dass sie Steuerwagen voraus in
Kopfbahnhöfe einfahren um bei Bedarf Loks einfacher tauschen zu können.
Wolfgang Kynast
2018-01-28 12:34:42 UTC
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On 28 Jan 2018 12:16:57 GMT, "Johann Mayerwieser" posted:

...
Post by Johann Mayerwieser
Nebenbei werden alle Züge so gereiht, dass sie Steuerwagen voraus in
Kopfbahnhöfe einfahren um bei Bedarf Loks einfacher tauschen zu können.
Dann darf der Zug aber nie von Kopfbahnhof zu Kopfbahnhof fahren.
;-)
--
Wolfgang
U***@web.de
2018-01-28 12:36:48 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Kynast
Post by Johann Mayerwieser
Nebenbei werden alle Züge so gereiht, dass sie Steuerwagen voraus in
Kopfbahnhöfe einfahren um bei Bedarf Loks einfacher tauschen zu können.
Dann darf der Zug aber nie von Kopfbahnhof zu Kopfbahnhof fahren.
;-)
Die nächstgeeigneten Kopfbahnhöfe hinter/ab Wien scheinen mir
in München und Budapest zu liegen.

Problem der anderen, und auch erst seit RailJet.
Johann Mayerwieser
2018-01-28 19:17:09 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Kynast
Post by Johann Mayerwieser
Nebenbei werden alle Züge so gereiht, dass sie Steuerwagen voraus in
Kopfbahnhöfe einfahren um bei Bedarf Loks einfacher tauschen zu können.
Dann darf der Zug aber nie von Kopfbahnhof zu Kopfbahnhof fahren.
;-)
Die nächstgeeigneten Kopfbahnhöfe hinter/ab Wien scheinen mir in München
und Budapest zu liegen.
Problem der anderen, und auch erst seit RailJet.
Die Railjets fahren nach meinem Wissenstand keine Kopfbahnhöfe in Wien
mehr an, die laufen alle über den Hauptbahnhof, unter anderem mit
Flügelung (von Bregenz und München kommend Weiterfahrt nach Flughafen
Wien-Schwechat bzw. Budapest und umgekehrt).
Olaf Titz
2018-02-01 19:22:21 UTC
Permalink
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Kynast
Post by Johann Mayerwieser
Nebenbei werden alle Züge so gereiht, dass sie Steuerwagen voraus in
Kopfbahnhöfe einfahren um bei Bedarf Loks einfacher tauschen zu können.
Dann darf der Zug aber nie von Kopfbahnhof zu Kopfbahnhof fahren.
;-)
Die nächstgeeigneten Kopfbahnhöfe hinter/ab Wien scheinen mir
in München und Budapest zu liegen.
Problem der anderen, und auch erst seit RailJet.
Railjet und Lok wechseln?

ICs aus Österreich fahren in München Hbf aber immer Steuerwagen voraus ein.

Olaf
--
***@inka.de <URL:http://sites.inka.de/~bigred/>
"The primary difference [...] is that the Java program will reliably and
obviously crash, whereas the C program will do something obscure."
-- Java Language Tutorial
Kai Garlipp
2018-01-28 13:11:13 UTC
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Post by Roland White
am 23.1. lief in RBB um 20:15 Uhr eine Sendung (Reihe: ,,Geheimnisvolle
Orte'') über den ehemaligen Anhalter (Kopf-)Bahnhof in Berlin. Ein
Zeitzeuge beschrieb die Umständlichkeit des Betriebs so, daß die Waggons
nach der Einfahrt des Zuges von Rangierloks aus dem Bf herausgezogen
wurden, worauf die Zuglokomotiven rückwärts fahrend folgten,
anschließend die Rangierloks den Zug wieder an die Bahnsteiggleise
beförderten[0] und sich zum Schluß die Zuglokomotiven wieder an das
ausfahrtseitige Ende des Zuges setzten.
Huch? Stimmt das? Die Dampf-Ära habe ich zwar nicht mehr erlebt, aber
vor der Zeit der Wendezüge konnte ich IIRC in Frankfurt Hbf beobachten,
daß halt einfach eine andere Lok vorgespannt wurde (was mir eigentlich
auch selbstverständlich erscheint). War der Betriebsablauf früher
wirklich so kompliziert, wie von diesem Zeitzeugen geschildert?
Vergesse nicht, am Anhalter Bahnhof dürften so gut wie >>95% der Züge auch
geendet haben. Wohin sollten sie auch sinnvoll weiter fahren, Verbindungsbahnen
wie den Außenring gab es erst nach dem Krieg. Berlin war halt das Ziel für die
Fern- und Vorortzüge und nicht eine Station auf dem Laufweg wie heute.

Bevor ein Fernzug wieder zurück fuhr kam er halt in die Reinigung, Abstellung,
Bww. Kurzwende am Bahnsteig dürfte damals eher die Ausnahme als die Regel
gewesen sein.

Und die Dampflok will dann auch ihre Unterhaltung haben (wie schon angemerkt,
auf die Drehscheibe muss so eine Schnellzuglok auch). Also hat man Wagen und Lok
getrennt aus der Halle gefahren.

Bye Kai
Bodo G. Meier
2018-01-28 15:05:14 UTC
Permalink
Post by Kai Garlipp
Post by Roland White
am 23.1. lief in RBB um 20:15 Uhr eine Sendung (Reihe: ,,Geheimnisvolle
Orte'') über den ehemaligen Anhalter (Kopf-)Bahnhof in Berlin. Ein
Zeitzeuge beschrieb die Umständlichkeit des Betriebs so, daß die Waggons
nach der Einfahrt des Zuges von Rangierloks aus dem Bf herausgezogen
wurden, worauf die Zuglokomotiven rückwärts fahrend folgten,
anschließend die Rangierloks den Zug wieder an die Bahnsteiggleise
beförderten[0] und sich zum Schluß die Zuglokomotiven wieder an das
ausfahrtseitige Ende des Zuges setzten.
Huch? Stimmt das? Die Dampf-Ära habe ich zwar nicht mehr erlebt, aber
vor der Zeit der Wendezüge konnte ich IIRC in Frankfurt Hbf beobachten,
daß halt einfach eine andere Lok vorgespannt wurde (was mir eigentlich
auch selbstverständlich erscheint). War der Betriebsablauf früher
wirklich so kompliziert, wie von diesem Zeitzeugen geschildert?
Vergesse nicht, am Anhalter Bahnhof dürften so gut wie >>95% der Züge auch
geendet haben. Wohin sollten sie auch sinnvoll weiter fahren, Verbindungsbahnen
wie den Außenring gab es erst nach dem Krieg. Berlin war halt das Ziel für die
Fern- und Vorortzüge und nicht eine Station auf dem Laufweg wie heute.
Wie es 1943 aussah, kann man sich auf www.blocksignal.de anschauen:

https://www.blocksignal.de/krt/f.php?k=be43&r=6&i=0911

Ausser in die beiden Hauptrichtungen Halle/Leipzig und Dresden gab es
praktisch keine weiteren Fahrtmöglichkeiten vom Anhalter Bf.
Evtl. über Grossbeeren und Genshagener Heide auf die Anfänge des
Güter-Aussen-Ringes und über Michendorf - Seddin auf die "Kanonenbahn"
nach Blankenheim.

Gruss,
Bodo
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