Discussion:
Datierung von altem Krupp-Schienenprofil
(zu alt für eine Antwort)
Frank Scheffski
2020-06-17 14:56:22 UTC
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Hallo allerseits,

als Beifang einer Bahndammwanderung habe ich im Süden Brandenburgs als
Zaunpfähle nachgenutzte Schienenprofile entdeckt, von denen eins ein
sichtbares Walzzeichen trägt, das ich nach allen möglichen Klimmzügen
nur als "Krupp 1839" entziffern kann.
Die zwei Bilder, die ich mit der über den Zaun gehaltenen Kamera
gemacht habe, helfen auch nicht wirklich weiter. Beim einen hat die
Kamera lieber auf die dahinterliegende Wiese fokussiert.

Mal so ins Blaue, das www. hat mir auf die Schnelle auch nicht
weiterhelfen können, gab es 1839 überhaupt schon Vignolschienen von
Krupp?
Oder ist es doch 1889, weil eine 1888er habe ich in Doberlug-Kirchhain
schon mal zweifelsfrei identifiziert.

MfG

Frank
Bodo G. Meier
2020-06-17 16:37:34 UTC
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Post by Frank Scheffski
als Beifang einer Bahndammwanderung habe ich im Süden Brandenburgs als
Zaunpfähle nachgenutzte Schienenprofile entdeckt, von denen eins ein
sichtbares Walzzeichen trägt, das ich nach allen möglichen Klimmzügen
nur als "Krupp 1839" entziffern kann.[...]
Mal so ins Blaue, das www. hat mir auf die Schnelle auch nicht
weiterhelfen können, gab es 1839 überhaupt schon Vignolschienen von
Krupp?
Oder ist es doch 1889, weil eine 1888er habe ich in Doberlug-Kirchhain
schon mal zweifelsfrei identifiziert.
Du solltest mal das www von der neuen Floppy Disk nehmen... ;-P

Krupp soll die Produktion von Schienen erst 1864 aufgenommen haben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Walzzeichen
https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Krupp,_Alfred

Gruß,
Bodo
Frank Scheffski
2020-06-17 19:23:19 UTC
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Post by Bodo G. Meier
Du solltest mal das www von der neuen Floppy Disk nehmen... ;-P
BTX *WIKIPEDIA# war wieder mal grottenlangsam.
Post by Bodo G. Meier
Krupp soll die Produktion von Schienen erst 1864 aufgenommen haben.
Also ist sie von 1889. Trotzdem alt.
Hoesch mit Fertigungsbegin 1838 wäre sogar möglich gewesen.

Vielen Dank für die freundliche Hilfestellung!

MfG

Frank
Bodo G. Meier
2020-06-17 19:39:26 UTC
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Post by Frank Scheffski
Post by Bodo G. Meier
Du solltest mal das www von der neuen Floppy Disk nehmen... ;-P
BTX *WIKIPEDIA# war wieder mal grottenlangsam.
Post by Bodo G. Meier
Krupp soll die Produktion von Schienen erst 1864 aufgenommen haben.
Also ist sie von 1889. Trotzdem alt.
Hoesch mit Fertigungsbegin 1838 wäre sogar möglich gewesen.
Vielen Dank für die freundliche Hilfestellung!
Bitte sehr. :-)
In der Werkstatt meines Nachbarn in Norwegen lag ein Stück Schiene auf
dem Abschnitt eines Baumstamms und diente als Amboss. Aber das war
richtig jung verglichen mit Deinem Fund: Senelle II 1929. Trotzdem exotisch.

Gruß,
Bodo
Frank Scheffski
2020-06-17 20:45:41 UTC
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Post by Bodo G. Meier
Bitte sehr. :-)
In der Werkstatt meines Nachbarn in Norwegen lag ein Stück Schiene auf
dem Abschnitt eines Baumstamms und diente als Amboss. Aber das war
richtig jung verglichen mit Deinem Fund: Senelle II 1929. Trotzdem exotisch.
Quasi vor meiner Haustür liegen seit an seit KÖNIGSHÜTTE 1940 und
(Achtung Zungenbrecher) TRYZYNIETZ 1939. Geht dann nahtlos auf
DOMNARVET 1975 über...
Das ist Multikulti!

MfG

Frank
Bodo G. Meier
2020-06-18 07:07:37 UTC
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Post by Frank Scheffski
Post by Bodo G. Meier
Bitte sehr. :-)
In der Werkstatt meines Nachbarn in Norwegen lag ein Stück Schiene auf
dem Abschnitt eines Baumstamms und diente als Amboss. Aber das war
richtig jung verglichen mit Deinem Fund: Senelle II 1929. Trotzdem exotisch.
Quasi vor meiner Haustür liegen seit an seit KÖNIGSHÜTTE 1940 und
(Achtung Zungenbrecher) TRYZYNIETZ 1939.
Mich interessiert die Geschichte dahinter und ich habe ein bisschen gelesen.
Wenn ich richtig verstanden haben, war Königshütte ursprünglich ein
deutsches Montanunternehmen, welches nach der Abtretung von
Oberschlesien an Polen seit 1926 als polnische Aktiengesellschaft
geführt wurde.
1940 war dieses Gebiet dann unter deutscher Besatzung und der
preußischen Provinz Schlesien zugeschlagen worden.

Im Fall von Tryzynietz (tschechisch Třinec) wurde die Schiene
möglicherweise gewalzt, als die Stadt bereits zum "Protektorat Böhmen
und Mähren" gehörte.

Gruß,
Bodo
Frank Scheffski
2020-06-18 16:30:51 UTC
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Post by Bodo G. Meier
1940 war dieses Gebiet dann unter deutscher Besatzung und der
preußischen Provinz Schlesien zugeschlagen worden.
Im Fall von Tryzynietz (tschechisch T?inec) wurde die Schiene
möglicherweise gewalzt, als die Stadt bereits zum "Protektorat Böhmen
und Mähren" gehörte.
Ich hatte das auch mit einem Bekannten diskutiert und es war klar, daß
diese Jahreszahlen und Herstellungsorte nicht mit normalen
Geschäftsbeziehungen in Einklang zu bringen sind.

Der Handel mit den Schweden in den 70ern war vermutlich auch eher
politisch als wirtschaftlich begründet.

MfG

Frank

Ralph A. Schmid, dk5ras
2020-06-18 10:38:08 UTC
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Post by Bodo G. Meier
In der Werkstatt meines Nachbarn in Norwegen lag ein Stück Schiene auf
dem Abschnitt eines Baumstamms und diente als Amboss. Aber das war
richtig jung verglichen mit Deinem Fund: Senelle II 1929. Trotzdem exotisch.
Noch in diesem Jahrtausend bin ich im Regelbetrieb auf Schienen aus
189x bis 193x täglich zur Arbeit gefahren.


-ras
--
Ralph A. Schmid +49-171-3631223 +49-911-21650056
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